Gruppenfoto ©University of Turin

Summer School zu Klimarisiken an der University of Turin

Ende Juni 2026 fand am Collegio Carlo Alberto, veranstaltet von der Universität Turin, erstmals die einwöchige Summer School „Climate Risks in Banking Supervision and Monetary Policy" statt. Eine Gruppe Studierender der Hochschule der Deutschen Bundesbank nahm gemeinsam mit Professor Christopher Priberny an dem Programm teil. Die Teilnahme geht auf die Kooperation mit Professorin Vera Palea und ihrem Team vom Department of Economics and StatisticsCognetti de Martiis" der University of Turin mit der Hochschule der Deutschen Bundesbank zurück, die im vergangenen Jahr vereinbart wurde.

Eröffnungsveranstaltung mit Liveschaltung ©University of Turin
Eröffnungsveranstaltung mit Liveschaltung
Den fachlichen Auftakt gestaltete Livio Stracca von der Europäischen Zentralbank. In seinem Vortrag zeigte er auf, dass Klimarisiken längst keine „tragedy of the horizons" mehr sind, sondern bereits heute Inflation, Produktion und Finanzstabilität prägen. Im Mittelpunkt standen dabei die kurzfristigen Klima-Szenarien des Network for Greening the Financial System (NGFS), die einen Rahmen für die Modellierung makroökonomischer und finanzieller Auswirkungen physischer sowie transitorischer Risiken über einen politikrelevanten Zeithorizont bieten. Cristina Angelico von der Banca d'Italia vertiefte am Folgetag die Modellierung von Klimarisiken und ordnete die verschiedenen Szenarionarrative ein – einschließlich einer kritischen Diskussion ihrer Grenzen und der Herausforderungen beim Anwenden.

Am dritten Tag übertrugen die Studierenden das Gelernte in die Praxis: In einem Workshop erarbeiteten gemischte Teams der University of Turin und der Hochschule der Deutschen Bundesbank eigene Klimaszenarioanalysen auf Basis der NGFS‑Szenarien. Der interdisziplinäre Austausch zwischen den unterschiedlichen institutionellen Perspektiven führte zu überzeugenden Ergebnissen. Den fachlichen Höhepunkt des vierten Tages bildete der Vortrag von Serena Fatica, Senior Economist am Joint Research Centre der Europäischen Kommission. Sie gab einen Überblick über politikrelevante Forschung zu klimabezogenen ökonomischen und finanziellen Risiken und verband dabei drei Themenfelder: physische Risiken für Unternehmen und Finanzinstitute, Transitionsrisiken an den Kapitalmärkten und die Finanzierung der grünen Transformation.

Abschlussfoto der Studierenden in Turin ©University of Turin
Abschlussfoto der Studierenden in Turin
Abgerundet wurde die Woche durch ein Rahmenprogramm, das den informellen Austausch über Institutionen, Disziplinen und Ländergrenzen hinweg förderte. Zum Abschluss stand ein Besuch der Banca d'Italia in Turin auf dem Programm.

Für die teilnehmenden Studierenden bot das Format die Gelegenheit, aktuelle Fragestellungen der Bankenaufsicht und Geldpolitik aus internationaler Perspektive zu bearbeiten und Kontakte zu Wissenschaft und Zentralbankpraxis in Europa zu knüpfen. Die Zusammenarbeit mit der University of Turin soll in den kommenden Jahren fortgeführt werden.