Martin Pester ©Dr. Nicole Jung

Werwölfe und Moskitos beim 31. Hachenburger Dialog

Viele interessierte Studierende und Mitarbeitende der Hochschule hatten sich am 29. Januar im Vortragssaal eingefunden, um beim 31. Hachenburger Dialog mit Martin Pester, Leiter des Transformation Management Office (TMO) des Zentralbereichs Strategie & Innovation (SI), zu einem in der Bundesbank allgegenwärtigen Thema zu diskutieren: Wandel. 

Martin Pester ist seit 2020 Mitarbeiter der Deutschen Bundesbank und hat vor der Leitung des TMO den Aufbau des InnoWerks verantwortet. Aufgrund seiner vorangehenden Tätigkeiten – unter anderem bei Daimler und Bosch – verfügt er über langjährige Erfahrung im Projektmanagement und in der Digitalisierung. Für seine derzeitige Aufgabe sind das sehr gute Voraussetzungen: Er ist dadurch in der Lage, die Bundesbank nicht nur aus interner, sondern auch aus externer Perspektive zu betrachten.

Martin Pester ©Dr. Nicole Jung
Martin Pester bei seinem Vortrag
Unter dem Motto „Werwölfe am Schreibtisch – Veränderung nur bei Vollmond?“ gab Martin Pester den Anwesenden spannende Einblicke in den aktuellen Transformationsprozess und klärte über Hintergründe, Ziele und Bestandteile auf. „Mir ist heute Abend zum ersten Mal deutlich geworden, worum es bei Wandel eigentlich geht“, zeigte sich eine Teilnehmerin begeistert nach der Veranstaltung. Vor allem die Offenheit und Authentizität, mit der Pester die Ziele und ersten Erfolge, aber auch die Herausforderungen und Probleme des mehrjährigen Programms darstellte, kamen bei den Teilnehmenden gut an. So wurde in lockerer Atmosphäre viel gefragt und diskutiert, nicht zuletzt auch zu den schwierigen Aspekten einer solch großen Transformation in einer Behörde und den nicht immer positiven Erfahrungen, Gerüchten und Erzählungen, die einige Studierende aus ihren Praxisphasen oder Vorbeschäftigungen mitgebracht hatten. 

Trotzdem wurde klar: Die Bank braucht den Wandel – und dieser kann gelingen, wie die Transformationserfolge einzelner Bereiche bereits zeigen. Für eine nachhaltige kulturelle Verankerung dieser Veränderungen jedoch ist neben Mut, Rückhalt und Vorleben der geforderten Veränderungen durch Führungskräfte aller Ebenen auch eine adressatengerechte Kommunikation der Schlüssel zum Erfolg – seit Langem ein zentrales Credo des Change Managements. „Wo und wenn dies nicht gelingt,“ so Pester lachend, „müssen wir in SI eben als Moskitos fungieren und den Beteiligten immer wieder auf die Nerven gehen“. Kein Wunder, dass nach dem sympathischen und inspirierenden Vortrag in der Diskussion nicht zuletzt auch Fragen nach Möglichkeiten einer Praxisphase in SI aufkamen.