Vortrag von Angela Gröne ©Christof Wolf

Vortrag in Hachenburg im Zeichen von Strategie, Innovation und Mitgestaltung

Wie kann eine Institution, die für Verlässlichkeit, Unabhängigkeit und Stabilität steht, zugleich offen für Veränderung bleiben? Dieser Frage widmet sich Angela Gröne, die in der Deutschen Bundesbank den Zentralbereich Strategie und Innovation (SI) leitet Bei ihrem gutbesuchten Vortrag am 2. September 2026 an der Hochschule der Deutschen Bundesbank in Hachenburg wurde deutlich: Die Zukunft der Bundesbank entsteht nicht allein in Strategien, Programmen oder Organigrammen – sie entsteht vor allem durch die Menschen, die Verantwortung übernehmen und Veränderung mitgestalten.

Im Zentrum des Vortrags stand der Wandelprozess, in dem sich die Bundesbank längst befindet. Digitalisierung, künstliche Intelligenz, neue Anforderungen an Datenverarbeitung und Cybersicherheit, demografischer Wandel, Fachkräftemangel sowie die zunehmende europäische und geopolitische Vernetzung verändern die Arbeitswelt nachhaltig. Diese Entwicklungen beträfen nicht nur einzelne Fachbereiche. Sie verlangten bereichsübergreifende Zusammenarbeit, klare Verantwortlichkeiten, moderne Führung und eine stärkere Orientierung an Wirkung und Ergebnissen. Besondere Aufmerksamkeit galt dabei dem Thema künstliche Intelligenz. KI sei längst kein fernes Zukunftsthema mehr, sondern Teil des beruflichen und privaten Alltags. Ihr Einsatz könne die Arbeit unterstützen: etwa bei der Analyse großer Datenmengen, der Aufbereitung von Informationen oder bei Routineprozessen.: KI kann menschliche Urteilskraft nicht ersetzen, betonte Gröne. Gerade für eine Zentralbank seien Verlässlichkeit, Datenschutz, Informationssicherheit, Nachvollziehbarkeit und Verantwortung unverzichtbare Maßstäbe. Deshalb brauche es einen eigenen, verantwortungsvollen und nutzenorientierten Umgang mit der Technologie.

Rektor Professor Andreas Kremer freute sich Gröne in Hachenburg begrüßen zu dürfen: Du bist als Zentralbereichsleiterin SI verantwortlich für die kontinuierliche Weiterentwicklung der Bundesbank in den Bereichen Steuerung, Organisationsstruktur, Kultur und Führung. Und als Mitglied im Praxisrat eng mit unserer Hochschule verbunden.

Hachenburg ist ein besonderer Ort, sagte Gröne. Ein Ort der Ausbildung, der fachlichen Fundierung und der persönlichen Entwicklung. Hier beginnt für viele Studierende und Nachwuchskräfte nicht nur ein beruflicher Weg, sondern auch das Hineinwachsen in eine Institution mit einem bedeutenden öffentlichen Auftrag. In ihrem Vortrag zum Thema Wer Stabilität will, muss Wandel können: Wie wir zusammen die Zukunft der Bundesbank gestalten ging es daher um die Verbindung von bewährten Grundsätzen und notwendigen Veränderungen. Die Bundesbank stehe für Stabilität, Qualität und Verlässlichkeit. Gerade um diesen Auftrag auch künftig wirksam erfüllen zu können, müsse sie jedoch lern- und anpassungsfähig bleiben.

Gröne zeichnete zugleich ein persönliches Bild von ihrem eigenen Berufswegs innerhalb der Bundesbank. Stationen in Filialen, Hauptverwaltungen und der Zentrale machten deutlich, dass Entwicklung selten geradlinig verläuft. Unterschiedliche Aufgaben, Perspektiven und auch vermeintliche Umwege seien im Rückblick wichtige Erfahrungen gewesen. Gerade für Berufseinsteigerinnen und Berufseinsteiger sei es daher wichtig, offen für neue Rollen und Herausforderungen zu bleiben, Verantwortung zu übernehmen und die operative Realität ebenso kennenzulernen wie strategische Zusammenhänge.

Gröne ermutigte die Studierenden, nicht nur zuverlässig mitzuarbeiten, sondern ihre berufliche Zukunft aktiv mitzugestalten. Mitgestaltung beginne nicht erst mit einer Führungsposition, sondern dort, wo Menschen Fragen stellten, Verbesserungspotenziale erkannten und konstruktiv an Lösungen arbeiteten. „Ihr frischer Blick ist für die Bundesbank besonders wertvoll – ebenso wie der respektvolle Dialog mit erfahrenen Beschäftigten und ihrem institutionellen Wissen“.

Vortrag von Angela Gröne mit Studenten ©Christof Wolf

Auf den Vortrag folgte eine ausführliche Frage- und Feedbackrunde. Dabei ging es nicht nur um strategische und technologische Zukunftsfragen, sondern auch um sehr persönliche Themen: den eigenen beruflichen Werdegang der Referentin, ihre Erfahrungen mit Führung und Erwartungen an eine moderne Führungskultur in der Bundesbank. Ebenso diskutierten die Teilnehmenden über Innovationsfähigkeit, Gestaltungsspielräume und die Frage, wie gute Ideen in einer großen Institution wirksam eingebracht werden können.

Der Abend in Hachenburg zeigt: Stabilität und Wandel sind keine Gegensätze. „Eine starke Institution bleibt gerade dann verlässlich, wenn sie bereit ist, sich weiterzuentwickeln – gemeinsam mit den Menschen, die ihre Zukunft gestalten, sagte Kremer abschließend. Studierende sowie Lehrende hatten danach die Möglichkeit, sich mit Gröne auszutauschen.