Gruppenfoto nach dem Vortrag von Professor Falko Fecht ©Torsten Schreiber

Vom Bank-Run zum Fonds-Run – Fragilität, Liquidität und Geldpolitik im Schatten der Banken

Mitte Juni durfte die Hochschule der Deutschen Bundesbank in Hachenburg einen besonderen Gast begrüßen: Professor Falko Fecht, Leiter des Forschungszentrums der Deutschen Bundesbank, besuchte die Hochschule und hielt vor mehr als 100 Studierenden, Professorinnen und Professoren sowie Mitarbeitenden einen Vortrag zu aktuellen Herausforderungen des Finanzsystems.

Professor Fecht zählt zu den renommiertesten deutschen Finanzökonomen. Seine Forschungsergebnisse wurden in international führenden wissenschaftlichen Fachzeitschriften veröffentlicht, darunter das Journal of Finance und das Journal of Financial Economics

Unter dem Titel „Vom Bank-Run zum Fonds-Run – Fragilität, Liquidität und Geldpolitik im Schatten der Banken“ widmete sich Fecht der wachsenden Bedeutung von Nichtbankenfinanzintermediären (Non-Bank Financial Intermediaries, NBFIs) im internationalen Finanzsystem. Diese Akteure haben heute einen größeren Anteil am Finanzsystem als jemals zuvor und spielen eine zunehmend wichtige Rolle bei der Finanzierung von Unternehmen und Volkswirtschaften.

Anhand aktueller Forschungsergebnisse zeigte Fecht auf, welche Risiken mit dieser Entwicklung verbunden sind. Im Mittelpunkt standen insbesondere sogenannte Fonds-Runs, also abrupte Mittelabzüge aus Investmentfonds, und deren potenzielle Auswirkungen auf die Realwirtschaft. Anschaulich erläuterte er, wie sich Liquiditätsrisiken und Fragilitäten außerhalb des traditionellen Bankensektors entwickeln können und welche Folgen dies für die Stabilität des Finanzsystems haben kann.

Darüber hinaus arbeitete Fecht heraus, wie sich diese Entwicklungen auf die Transmission der Geldpolitik auswirken und welche regulatorischen sowie geldpolitischen Schlussfolgerungen sich daraus ergeben. Der Vortrag bot den Teilnehmenden damit spannende Einblicke in ein hochaktuelles Forschungsfeld an der Schnittstelle von Finanzstabilität und Geldpolitik.

Die Studierenden zeigten sich von den Inhalten und der lebendigen Präsentation begeistert und nutzten die anschließende Fragerunde intensiv. Fecht beantwortete die zahlreichen Fragen ausführlich und anschaulich, wodurch ein reger fachlicher Austausch entstand. Die Diskussion wurde anschließend bei einem lockeren Get-together fortgeführt.

Die Teilnehmenden zeigten sich insgesamt beeindruckt von den vielseitigen und hochaktuellen Inhalten des Vortrags sowie den Einblicken in die Forschungsarbeit der Deutschen Bundesbank. Die Moderation der Veranstaltung übernahm Rektor Professor Andreas Kremer.