Gruppenbild Universität: Universität Toulon ©Sarah Stanulla

Studienaustausch mit der Universität von Toulon

In diesem Jahr ging der akademische Austausch der Hochschule der Deutschen Bundesbank (HDB) mit der Université de Toulon bereits in die dritte Runde. Gemeinsam mit Professorin Beate Jüttner-Nauroth reiste unsere Gruppe am 4. Oktober von Frankfurt nach Marseille, wo wir bereits von den französischen Studenten empfangen wurden. Nach dem ersten Kennenlernen fuhren wir mit der Seilbahn auf den Mont Faron, um von dort einen weitreichenden Blick über die Stadt erhaschen. 

Das Austauschprogramm stand ganz im Sinne der europäischen Kooperation und Austausch über aktuelle ökonomische Themen. Einige Problemstellungen wie Zinsen, steigende Energiepreise oder der Einsatz von Künstlicher Intelligenz in Banken konnten wir in deutsch-französischen Teams selbstständig erarbeiten. Dazu nutzten wir die audiovisuelle Darstellung, die im universitätseigenen Telomediastudio in der zweiten Woche unseres Aufenthalts produziert werden konnte. Besonders spannend waren dabei die verschiedenen Herangehensweisen der Gruppenmitglieder. Die unterschiedlichen Perspektiven der Masterstudierenden aus den verschiedenen Banken in Frankreich und den angehende Zentralbankern unserer Hochschule ermöglichten vielfältige Ergebnisse. Diese Gruppenaufgabe begleitete uns den gesamten Aufenthalt in Toulon, sodass die Idee immer weiter verbessert werden konnte. 

Die Lehrveranstaltungen an der Universität steuerten interessante Perspektiven zum Austauschprogramm bei. So konnten die Interessenkonflikte geldpolitischer Entscheidungen in einer Diskussion bei  Cécile Bastidon, Professorin an der Fakultät für Wirtschafts- und Verwaltungswissenschaften, Forscherin am LEAD‑Labor der Universität Toulon, erlebt werden, indem jedes Kursmitglied eine andere Position der teilnehmenden Zentralbanken einnahm. In dieser Simulation konnten wir uns in den Entscheidungsprozess eindenken und die verschiedenen Meinungen nachvollziehen. In einer anderen Veranstaltung bei Benjamin Alvarez, Dozent für Mathematik, konnten wir unser Können in einem Escape Game unter Beweis stellen. Analysiert wurden dabei Hinweise und simulierte Unternehmensstrukturen, um Finanzverbrechen aufzudecken. 

Im Rahmen des Programms bekamen wir neben den hochschulinternen Einblicken auch die Möglichkeit, mit Vertretern internationaler Organisationen zu sprechen. Beispielsweise gab Cedric Crelo, Leiter der Kommunikation und Chefsprecher beim Europäischen Stabilitätsmechanismus, einen Einblick in die Arbeit und die Herausforderungen dieser europäischen Organisation. Mit Sergio Marx von der Abteilung für Internationale Beziehungen und Kommunikation bei der Banque Centrale du Luxembourg bekamen wir zusätzliche Gedankenanstöße aus einer weiteren europäischen Zentralbank, was anregende Diskussion zur Folge hatte. 

Auch die authentische französische Kultur kam beim Austausch nicht zu kurz. Neben einem Ausflug nach Marseille, wo wir die Basilika Notre Dame de la Garde sowie die Altstadt besuchten, zählte auch ein Trip nach St. Tropez mit einigen Austauschstudierenden am Wochenende dazu. Am Wochenende blieb bei einer ruhigen Hafenrundfahrt und einem anschließenden Mittagessen ausreichend Zeit, um die Erlebnisse der vergangenen Woche Revue passieren zu lassen. In der zweiten Woche unseres Aufenthalts wurden wir mit Petanque in eine sehr beliebte Freizeitbeschäftigung der Franzosen eingeführt und konnten uns sogleich in einem Wettbewerb beweisen. Neben den sehr vielfältigen Aktivitäten, die sowohl von der Universität als auch von den französischen Studierenden organisiert wurden, blieben in ruhigen Momenten am Strand oder dem Rooftop unseres Hotels ausreichend Möglichkeiten tiefgründige Gespräche zu führen und die Zeit in der Sonne der Cotê’d Azur zu genießen. Somit bereicherte uns dieser Internationale Austausch nicht nur im Wissen sondern auch kulturell. 

Rückblickend ist das Austauschprogramm eine bereichernde Erfahrung für Universitäten, Studierende und alle Beteiligten beider Länder. Diese beiden Wochen gaben uns als Teilnehmenden die Möglichkeit unseren Horizont zu erweitern und neue Kontakte in Freundschaften zu wandeln. Es freut uns daher sehr, die französischen Studierenden im nächsten Frühjahr im Rahmen der Internationalen Woche an unserer Hochschule auf Schloss Hachenburg begrüßen zu dürfen und uns für die Gastfreundschaft zu revanchieren. 

Einen großen Dank gebührt Professor Nicolas Huchet, Prodekan der Fakultät für Wirtschafts- und Verwaltungswissenschaften der Uni Toulon, und Olivier Radelet von der Europäischen Investmentbank, die beide maßgeblich am Zustandekommen des Austauschprogramms beteiligt waren und mit ihrer ausdauernden Geduld und weitreichenden Expertise dieses Programm begleiten. Für die kreativen Ideen und ihre positive Energie der französischen Studierenden, die unseren Aufenthalt zu einer einmaligen Erfahrung gemacht haben, möchte ich mich im Namen aller Studierenden der Hochschule bedanken. 

Gruppenbild Filmstudio: Telomedia Studio der Universität Toulon ©Sarah Stanulla
Gruppenbild Filmstudio: Telomedia Studio der Universität Toulon

Gruppenbild klein: Professor Nicolas Huchet ©Sarah Stanulla
Gruppenbild klein: Professor Nicolas Huchet