Die Absolventinnen und Absolventen des 25. Bachelorjahrgangs der Hochschule der Bundesbank in Hachenburg ©Sascha Ditscher

Klein, aber fein Akademische Abschlussfeier in Hachenburg

Es war eine geradezu familiäre Atmosphäre, die Ende März bei der akademischen Abschlussfeier des 25. Bachelorjahrgangs auf Schloss Hachenburg herrschte. Wo sonst bei vergleichbaren Anlässen der Festsaal bis auf den letzten Platz gefüllt war, blieben diesmal einige Stühle unbesetzt, trotz zahlreich erschienener Angehöriger und Freunde sowie Kolleginnen und Kollegen aus der Bank. Der Grund für diese ungewöhnliche Überschaubarkeit: Mit 16 Absolventinnen und Absolventen war dieser Abschlussjahrgang der kleinste seit Jahren. Nach der Corona-Pandemie hatte die Hochschule kurzzeitig mit einem starken Rückgang der Bewerberzahlen zu kämpfen, und so starteten am 1. April 2023 lediglich 25 junge Männer und Frauen in ihr Studium. Am Ende blieben 16 übrig, die den steinigen Weg bis zum Ziel schafften, so dass beim traditionellen Gruppenbild auf der Außentreppe nicht das übliche Gedränge herrschte.

Bester Jahrgang der Geschichte

Absolventinnen und Absolventen mit Bachelor- und Ernennungsurkunden ©Sascha Ditscher
Doch auch in anderer Hinsicht war dieser Jahrgang etwas Besonderes. Denn mit einem Durchschnitt von 11,99 Rangpunkten in der Gesamtendnote war dieser kleine, feine Jahrgang der beste, den es je gab in der nunmehr 46-jährigen Geschichte der Hochschule der Bundesbank. Darauf machte Gastrednerin Fritzi Köhler-Geib aufmerksam. Die Begrüßungsrede kam diesmal von Andreas Kremer, dem Stellvertreter des Rektors, nachdem der langjährige Rektor Erich Keller in den Ruhestand verabschiedet worden war. Die Rede bei der nächsten Verabschiedung im Herbst kann Kremer dann aber schon in neuer Funktion halten. Denn zum 1. April 2026 wurde Kremer, seit Januar 2016 Professor an der Hochschule und seit 2021 Stellvertreter des Rektors, zu Kellers Nachfolger bestellt und zum Rektor der Hochschule der Bundesbank ernannt (siehe Foto von der Urkundenübergabe unten).

„Die Hochschule ist stolz auf Sie“

Begrüßungsansprache Andreas Kremer ©Sascha Ditscher
In seiner Rede ging Kremer auf die besonderen Lehr- und Lernumstände des aktuellen Abschlussjahrgangs ein. Ihr kleiner Jahrgang hat eine Lehre eröffnet, die mit einer Gruppe von 40 Personen nicht möglich ist, sagte er. Damit hatten Sie ein Lernumfeld, das Ihnen ein entspanntes Lernen und Entwickeln und einen intensiven akademischen Austausch ermöglicht hat. Er beglückwünschte die Absolventinnen und Absolventen zu ihren herausragenden Leistungen und sprach ihnen Anerkennung und Respekt aus. Seien Sie stolz auf das, was Sie erreicht haben. Ich kann Ihnen sagen, die Hochschule ist stolz auf Sie!

Absolventin Kim Engel ©Sascha Ditscher
Der Tradition entsprechend, gab es auch eine Abschlussrede zweier Studierender, in der diese auf humorvolle Weise die Zeit ihres Studiums Revue passieren ließen. Kim Engel und Lucas Hopp blickten auf drei ereignisreiche Jahre mit vielen besonderen Momenten zurück. Dabei wurde deutlich, wie stark der Zusammenhalt dieses Jahrgangs war, da auch über viele gemeinsame Aktivitäten außerhalb des Studienalltags berichtet wurde.

Festvortrag von Fritzi Köhler-Geib zur Zukunft der Finanzwelt

Vorständin Fritzi Köhler-Geib hielt den Festvortrag ©Sascha Ditscher
Den Festvortrag hielt Vorständin ​​Fritzi Köhler-Geib. Sie warf in ihrer Rede einen Blick in die Zukunft und skizzierte wesentliche Entwicklungen in der Finanzwelt der kommenden Jahre. Dabei ging sie vor allem auf zwei spannende Aspekte ein: die rasante Entwicklung der Künstlichen Intelligenz (KI) und das Zukunftsprojekt digitaler Euro. Unser Anspruch ist es, diese Entwicklungen nicht nur zu beobachten, sondern aktiv mitzugestalten, sagte sie. Hierfür eröffneten sich in der Bundesbank zahlreiche neue Einsatzmöglichkeiten. Als Beispiele nannte sie unter anderem zwei Anwendungsfälle für KI aus ihrem Dezernat: eine Anwendung im Meldewesen, die es durch Mustererkennung erlaube, große Datenmengen zu analysieren, sowie ein System aus neuronalen Netzen im Risikocontrolling, mit denen sich Gegenparteirisiken abschätzen ließen.

Doch egal, für welches Einsatzgebiet sich die Absolventinnen und Absolventen am Ende entscheiden würden, ob für einen eher analytischen oder einen stärker service- oder verwaltungsorientierten Bereich – die Bundesbank freue sich auf die Verstärkung, die sie mit den neuen Hachenburgerinnen und Hachenburgern bekomme. Zum Abschluss gab Fritzi Köhler-Geib den Absolventinnen und Absolventen noch drei persönliche Erfahrungen mit auf den Weg – passend zu ihrer eigenen beruflichen Sozialisierung, die zum großen Teil im englischsprachigen Raum stattgefunden hat, mit englischen Überschriften: Dare! Learn! Collaborate! Seien Sie mutig. Ich jedenfalls habe gelernt, dass es sich lohnt, neue Wege zu wählen und kalkulierbare Risiken einzugehen, sagte sie. Und sie ermutigte die Absolventinnen und Absolventen, sich immer weiterzuentwickeln und weiterzubilden. Und schließlich: Menschen mit sehr unterschiedlichen Perspektiven zusammenzubringen und gemeinsam an Lösungen zu arbeiten ist manchmal anstrengend und führt oft zu den besten Ergebnissen. Das habe sie von ihrer Arbeit in unterschiedlichen Organisationen auf verschiedenen Kontinenten mitgenommen. Feiern Sie Ihre Erfolge, zum Beispiel so einen wie heute, schloss Fritzi Köhler-Geib ihre Rede. Sie haben es sich verdient!