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Harmonisierung der Kreditvergabe in Europa: Potenziale und Karriereoptionen

Harmonisierung der Kreditvergabe in Europa: Potenziale und Karriereoptionen

25.01.2018

Am 25. Januar 2018 stellte Stefan Brunken, Leiter der Abteilung Monetäre und Finanzielle Statistiken bei der Bundesbank, Studierenden der Hochschule der Bundesbank aktuelle Entwicklungen der Projekte zur Harmonisierung der Kreditvergabe in Europa vor. Gemeinsam mit Florian Schöck, Mitarbeiter der Abteilung Monetäre und Finanzielle Statistiken, und dem Studierenden Alexander Elsner sprach Brunken zunächst über Analytical Credit Datasets (AnaCredit), ein europäisches Projekt zum Aufbau einer harmonisierten Datenbasis für die Inanspruchnahme und Vergabe von Krediten. Darüber hinaus ging er auf das Register of Institutions and Affiliates Database, kurz RIAD, ein. Hierbei handelt es sich um eine Stammdatenbank der Mitglieder des Europäischen Systems der Zentralbanken über Beteiligungs- und Verflechtungsinformationen finanzieller und nichtfinanzieller Unternehmen.

„Eine Investition für die Zukunft“

Die Aufsichtsbehörden verwenden die über das Meldewesen bei den Kreditinstituten erhoben Daten. Mithilfe von AnaCredit werten die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Bundesbank diese Informationen auf der Ebene des einzelnen Kredits und Kreditnehmers flexibel aus. Die AnaCredit-Verordnung umfasst prinzipiell alle Kreditarten (ohne Derivate) an Kreditnehmer, die keine natürlichen Personen sind, über einer Meldegrenze von 25.000 Euro je Kreditnehmer bei einem Institut. Während AnaCredit bis zu 67 Attribute zu Krediten und Kreditrisiken sowie 22 Merkmale zu Kreditnehmern abfragt, werden in RIAD die Stammdaten von rund drei Millionen Kreditnehmern (juristischen Personen) und 1.500 Kreditgebern (Banken) mit 17 Merkmalen erfasst. Dazu zählen eine Reihe von nationalen und europäischen Identifikationscodes, Angaben zum Unternehmen (Name, Adresse, Wirtschaftszweig, Unternehmenssektor, Unternehmensgröße, Gründungs- und Schließungsdatum) sowie weitere wichtige Daten wie zum Beispiel Beteiligungsinformationen.

AnaCredit erhöhe die Effizienz und Konsistenz bei der Erhebung und Haltung von Daten, sagte Brunken. Detailreiche kreditbezogene Datenanforderungen würden so perspektivisch primär auf der Grundlage einer einzigen, sehr flexiblen Erhebung erfüllt. „AnaCredit ist damit eine Investition für die Zukunft, die auf mittlere Sicht erhebliche Entlastungspotenziale für die Kreditwirtschaft wie auch für die Statistikbereiche im Europäischen System der Zentralbanken bietet“, sagte Brunken.

Gute Karriereperspektiven

Stefan Brunken zeigte den Studierenden neben den Potenzialen von AnaCredit auch Karriereoptionen in der Statistik auf.
Gerade bei AnaCredit sieht Brunken gute Chancen für Berufseinsteigerinnen und -einsteiger sowie für die Absolventinnen und Absolventen der Hochschule der Bundesbank. Etwas Neues mitzugestalten und an einem der Großprojekte der Bundesbank beteiligt zu sein und dabei schon frühzeitig Verantwortung übernehmen zu können, eröffne zu Beginn der beruflichen Laufbahn gute Perspektiven. Um seine Ausführungen zu den Karriereoptionen zu unterstreichen, schloss Brunken die Veranstaltung mit einem Zitat von Hal Varian, dem Chefökonomen von Google: „…the sexiest job in the next ten years will be statisticians.“

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