Gruppenfoto nach dem Vortrag von Professor Sylvester Eijffinger ©Charlotte Kummetal

Für die Unabhängigkeit von Zentralbanken

Die Hochschule der Deutschen Bundesbank durfte sich über einen hochkarätigen Besuch freuen: Professor Sylvester Eijffinger war zu Gast auf Schloss Hachenburg. Bereits vor mehr als 30 Jahren hatte er die Hochschule besucht – damals auf Einladung von Professor Helmut Schlesinger, dem damaligen Präsidenten der Deutschen Bundesbank. Dieses Mal stand der Besuch ganz im Zeichen eines englischsprachigen Vortrags von Professor Eijffinger über die Relevanz von unabhängigen Zentralbanken.

So referierte Eijffinger vor über 115 Studierenden sowie Professorinnen und Professoren der Hochschule über ein zentrales Fundament jeder demokratischen Zentralbank: „Central Bank Independence and Accountability“.

Vortrag von Professor Sylvester Eijffinger ©Donato Lêon Kauschinger

Wenn es um Zentralbankunabhängigkeit und Rechenschaftspflicht geht, zählt Professor Eijffinger zu den international renommiertesten Experten. Sylvester Eijffinger ist Emeritus Professor of Economics an der Tilburg University und war über 20 Jahre Visiting Professor an der Harvard University in Cambridge. Darüber hinaus war er unter anderem als Visiting Scholar für die Deutsche Bundesbank, die Bank of England, die Bank of Japan sowie das Board of Governors of the Federal Reserve System der Vereinigten Staaten tätig. Zudem wirkte er als Special Advisor für die Europäische Kommission und den Internationalen Währungsfonds.

In seinem Vortrag erläuterte Professor Eijffinger den Gästen die Grundlagen und strukturellen Bedingungen der Zentralbankunabhängigkeit. Dabei ging er auch auf die Messung der Unabhängigkeit von Zentralbanken ein und untermauerte seine Ausführungen mit empirischen Untersuchungen aus seinem kürzlich veröffentlichten IMFS Working Paper. Neben der Zentralbankunabhängigkeit stellte Eijffinger auch die Bedeutung und Notwendigkeit der Rechenschaftspflicht von Zentralbanken heraus, um institutionelles Vertrauen zu wahren. Er führte aus, dass das Verfehlen eines gesetzlichen Mandats Konsequenzen für Zentralbanken haben sollte, um Rechenschaftspflicht und Transparenz in einem demokratischen System sicherzustellen. Im Anschluss an den Vortrag entwickelte sich eine rege Diskussion mit den Studierenden, moderiert von Professor Andreas Höfer und Donato Lêon Kauschinger.

Vortrag von Professor Sylvester Eijffinger ©Julien Brauer

Am nächsten Tag nahm Professor Eijffinger an einer Vorlesung von Professor Andreas Höfer im Grundstudium teil. Die Studierenden erhielten dabei die Gelegenheit, mit dem Gast in den Austausch zu treten und Fragen zu seinen Forschungsergebnissen zu stellen und mehr über die Karriere von Sylvester Eijffinger zu erfahren. Der Besuch stieß bei den Studierenden auf großes Interesse und wurde sehr positiv aufgenommen.

Der Besuch verband wissenschaftlichen Austausch, persönliche Begegnungen und eindrucksvolle Einblicke in aktuelle Fragen der Zentralbankpolitik.