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Deutsch-polnische Hochschulkooperation soll ausgebaut werden

Deutsch-polnische Hochschulkooperation soll ausgebaut werden

Auf Einladung des Instituts für Bankwirtschaft der Warschauer Hochschule für Wirtschaft (Szkoła Główna Handlowa w Warszawie, SGH) hat Prof. Urs Lendermann in der polnischen Hauptstadt einen Vortrag zum Thema „International Cooperation in Bank Regulation“ gehalten. Künftig wollen die beiden Hochschulen ihre Zusammenarbeit intensivieren.

Nach einer Einleitung durch die Institutsdirektorin Prof. Małgorzata Zaleska, vormals unter anderem Präsidentin der Warschauer Börse und Mitglied des Wirtschafts- und Finanzausschusses des Rates der EU, stellte Lendermann in seinem Vortrag das Zusammenspiel zwischen wirtschafts- und standortpolitischen sowie fiskalischen und prudenziellen Interessen in der Bankenregulierung dar. Als Beispiele führte er die jüngst abgeschlossenen Verhandlungen im Basler Ausschuss für Bankenaufsicht zum Grad der Risikosensitivität der Eigenkapitalanforderungen (Finalisierung von Basel III) und die Ausgestaltung der Gastlandaufsicht für lokale Tochterinstitute internationaler Bankengruppen an. Letzteres ist ein Thema, das für Polen von nicht unerheblicher Bedeutung ist. Lendermann plädierte dafür, auch in der heutigen Zeit an der Idee der internationalen Zusammenarbeit festzuhalten, sofern es gelinge, die Chancen und Risiken des Bankgeschäfts fair zu verteilen.

Reger Austausch

Die Veranstaltung mit Professorinnen und Professoren, Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern sowie Studierenden des Instituts fand im Rahmen der Kooperation der Hochschule der Bundesbank mit dem Bankinstitut statt. Im vergangenen Jahr waren bereits die Professoren Marcin Gospodarowicz und Jan Kolesnik mit Vorträgen zu Finanzmarktthemen in Hachenburg zu Gast.

Neben der Vortragsveranstaltung standen auch ein Zusammentreffen mit Vertretern der polnischen Finanzmarktaufsichtsbehörde und der Besuch des Geldmuseums der polnischen Nationalbank auf dem Programm. Bei einem gemeinsamen Stadtrundgang waren die nach wie vor gegenwärtigen Wunden der deutschen Gewaltherrschaft und die Spuren der Vernichtung der polnischen Juden Schwerpunkte der Gespräche – der Anreisetag fiel mit dem 75. Jahrestag der Befreiung des Konzentrationslagers in Ausschwitz zusammen.

Emil Ślązak, Urs Lendermann, Institutsdirektorin Frau Małgorzata Zaleska, Marcin Gospodarowicz, Jan Kolesnik beim gemeinsamen Abschlussanlass

Bei einem Institutsessen auf Einladung von Frau Prof. Zaleska fand der Besuch schließlich seinen Ausklang. Alle Teilnehmer hoben dabei nochmals die großen fachlichen und persönlichen Gemeinsamkeiten hervor, und Lendermann sprach im Auftrag des Rektors der Hochschule der Deutschen Bundesbank eine Einladung an polnische Professoren nach Hachenburg aus. Zuvor waren in einer gemeinsamen Sitzung mit dem für internationale Angelegenheiten zuständigen Vizerektor Prof. Jacek Prokop und Frau Elzbieta Fonberg-Stokłuska bereits Möglichkeiten einer Vertiefung der Kooperation auf akademischer und studentischer Ebene eruiert worden.

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