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Erfahrungsbericht: Hachenburg-Studierende zu Gast in Peking

Studierende der Hochschule der Bundesbank in China [+]

Finanzen, Menschen, Harmonie. Für diese drei Worte stehen chinesische Schriftzeichen, deren Schreibweise wir während unseres zweiwöchigen Studienaufenthalts in China erlernen konnten. Die Wörter bilden auch drei Kategorien, die unsere Erlebnisse in der asiatischen Metropole Peking im Nachhinein gliedern.

Finanzen

In Peking besuchten wir die  People’s Bank of China School of Finance, die eine Fakultät  der Tsinghua University ist. Insgesamt 45.000 Studierende lernen an dieser Hochschule, über 2.000 Dozenten sind an der Universität tätig. Auf dem Gelände befinden sich auch Supermärkte, Sportstätten und sogar ein Kindergarten. Zu den Absolventinnen und Absolventen der Universität gehört unter anderem der derzeitige Präsident Chinas, Xi Jinping. In unmittelbarer Campus-Nähe gibt es zudem ein Gästehaus, in dem wir während unseres Aufenthalts untergebracht waren.

Ein Unterschied zwischen der  People’s Bank of China School of Finance und der Bundesbank-Hochschule in Hachenburg fiel uns gleich auf. So beginnt der Unterricht in Hachenburg meist um 07:30 Uhr, an der chinesischen Hochschule jedoch um 9:00 Uhr. Die Vorlesungen, an denen wir teilnahmen, behandelten Themen aus der Mikro- und  Makroökonomie, sowie der Geldpolitik Chinas. Das chinesische Bankensystem und die wirtschaftlichen Entwicklung des Landes wurden ebenfalls besprochen. Außerdem bot die Universität für die Austauschstudentinnen und -studenten Kurse an, die für westliche Studierende eher ungewöhnlich sind: Dazu gehörten die Kunst des Schönschreibens, die Kaligraphie, die chinesische Schneidekunst Kirigami oder einen Martial-Arts-Kurs. Dabei legten die Dozentinnen und Dozenten auch Wert auf die Vermittlung der Bedeutung von Motiven. In der Kirigami ist zum Beispiel der Drache ein Symbol für Macht. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer unserer Reise nahmen die Gelegenheit gerne wahr, an diesen Kursen teilzunehmen.

Menschen

Dass China ein großes Land ist, ist weltweit bekannt. Vor Ort wurde uns das Ausmaß des bevölkerungsreichsten Landes der Erde jedoch erst richtig bewusst: Die U-Bahnhöfe waren so groß wie deutsche Hauptbahnhöfe, die längste Rolltreppe der Welt sahen wir in einer 8-stöckigen Shopping-Mall, zudem gab es vierspurige Ringstraßen und Dauer-Staus. Während unseres Aufenthalts stießen wir auf relativ wenige andere westliche Touristen und fielen vielen Chinesinnen und Chinesen auf. Nun zieren wir vermutlich das ein oder andere chinesische Familienfoto, denn so manch einer wollte gerne ein Bild mit einem „echten Europäer“.

Die englische Sprache wurde häufig nicht verstanden. Zum Glück erhielten wir aber immer wieder Unterstützung von Chinesinnen und Chinesen, die Englisch sprachen und unsere Anliegen übersetzten. Dies war bei Bestellungen im Restaurant oder beim Bestellen eines Taxis besonders hilfreich.

Harmonie

Nachdem wir vormittags ein Studentenleben geführt hatten, wurden wir nachmittags zu Touristen und gestalteten unsere Freizeit nach unseren Wünschen. Dazu gehörte es, Peking auf eigene Faust zu erkunden und die Chinesische Mauer zu besichtigen. „After climbing the wall all of you gonna bei heroes und heroines“ (Nachdem ihr die Mauer erklommen habt, werdet ihr Heldinnen und Helden sein) – das waren die Worte unseres Tourguides auf dem Weg dorthin.

Und tatsächlich! Der zum Teil beschwerliche Weg wurde mit einem spektakulären Ausblick bei traumhaftem Wetter und guter Luftqualität belohnt. Mit der Sommerrodelbahn fuhren wir später rasant bergab, dies war ein ebenfalls unvergesslicher Moment. Neben der Chinesischen Mauer gehörten Besuche der buddhistischen Tempel, der kaiserlichen Paläste und der Olympischen Sportstätten zu den Höhepunkten unserer Tour. Auch die Besichtigung eines Nachtmarkts mit exotischen Köstlichkeiten oder das Singen in einer Karaoke-Bar waren tolle Erlebnisse.

Nach 14 Tagen in einer der spannendsten Wirtschaftsmetropolen der Welt und einer fantastischen Zeit an der Tsinghua University möchten wir allen Beteiligten „Danke“ sagen: „Danke“ für die Chance an dem Programm teilzunehmen! „Danke“ an die Tsinghua University für die Organisation, Betreuung und Verpflegung vor Ort, sowie für die erstklassigen Vorlesungen! „Danke“ an jeden Teilnehmer und neuen Bekannten, der dieses Programm zu dem gemacht hat, was es war! Und vor allem: „Danke“ an die Hochschule der Deutschen Bundesbank und alle Beteiligten, die seit Jahren gute Beziehungen zu den chinesischen Freunden pflegen und Jahr für Jahr dafür sorgen, dass studentischer Austausch stattfinden kann!